Luftaufnahme Feld und Baum enera Modellregion
Unser Projekt2019-02-04T09:47:40+00:00

Der nächste große Schritt der Energiewende

Wie geht Energiezukunft mit enera?

  • enera erhebt im Rahmen eines großangelegten Feldtests neue Daten. Aus deren Basis sollen sich neue Mehrwerte realisieren lassen.
  • Im Fokus stehen dabei insbesondere so genannte Bewegungsdaten von intelligenten Messsystemen bzw. von modernen Messeinrichtungen (mit einem verknüpften smarten Auslese- und Kommunikationsmodul) - Daten zum Stromverbrauch in Haushalten und Unternehmen.
  • Mit diesem Feldtest zeigt enera, wie Teilnehmer auf Basis dieser Daten Mehrwerte – von der Visualisierung seines Verbrauchs- und Erzeugungsverhaltens bis zur Identifikation von „Stromfressern“ im Haus – geboten werden können. Ziel ist mehr Transparenz - für den Einzelnen und das gesamte System.
  • Die Nutzer werden somit in Echtzeit ins Energiesystem eingebunden. Damit können sie sich als aktive Unterstützer der Energiewende einbringen.

Ein immer größerer Teil des Stroms wird dezentral erzeugt.

Der Strom wird dann produziert, wenn Wind weht und/oder die Sonne scheint. Die Produktion richtet sich also nicht mehr direkt nach dem Verbrauch. Das bedeutet, dass immer mehr Strom in das Verteilnetz eingespeist wird und von dort aus wieder verteilt werden muss. Damit ändert sich auch die Richtung des Stroms  –  dieser fließt auch von niedrigen Spannungsebenen zu hohen Spannungsebenen. Und die Netze sind hierfür bislang nicht immer ausgelegt.

Durch die Produktion von Photovoltaik, sprich: Strom aus Sonnenenergie (Kleinanlagen / Balkonkraftwerke), Hausspeicher und Kraft-Wärme Kopplung wird der Verbraucher zunehmend auch zum Produzenten von Strom. Die Rolle der Haushalte im Energiesystem ändert sich damit fundamental.

Strom als Energieträger erobert neue Bereiche: Strom für Wärme und Mobilität führt dazu, dass die Gleichzeitigkeit des Verbrauchs enorm ansteigt.

Plötzlich wird viel mehr Strom benötigt als bei der Dimensionierung der Netze erwartet wurde

  • Durch bessere und günstigere Sensorik erhalten wir alle viel mehr Informationen über die aktuelle Situation im Stromnetz
  • Verbraucher können durch neue Technologien flexibel auf die Situation im Netz reagieren – durch diese neue Flexibilität kann das Verhalten der Verbraucher mit Wind und Sonne abgestimmt werden
  • Die Regionalisierung des Energiehandels ermöglicht Verteilnetzbetreibern effizient auf diese Flexibilität zuzugreifen
  • Technischer Fortschritt und Kostenreduktionen im Speichermarkt ermöglichen es erstmals im großen Stil Stromspeicher einzusetzen um mehr Erneuerbare ans Netz zu bringen. Wenn Stau auf dem Weg von der Erzeugung zum Verbraucher herrscht, kann die Energie dann zwischengespeichert werden, bis der Stau im Netz vorbei ist.
  • Das komplexe System (die Komponenten Netz, Markt und Daten) kann durch Innovationen in der Digitalisierung erstmals effizient kontrolliert werden

Hier auf der ostfriesischen Halbinsel ist Energiewende heute schon Alltag: der Nordwesten Deutschlands hat beste Voraussetzungen, um viel Energie aus Windkraft zu erzeugen, allerdings wird heute bereits mehr als doppelt so viel Strom erzeugt, als vor Ort verbraucht werden kann.

Der Anteil erneuerbarer Energien beträgt in der enera Modellregion bilanziell 235%. Das bedeutet auch, dass wir hier die Herausforderungen der Energiewende am deutlichsten zu spüren bekommen: wenn die Sonne scheint, der Wind weht, aber nicht genug Strom vor Ort verbraucht werden kann, kann es passieren, dass das Stromnetz an seine Grenzen gerät und Windkraftanlagen still stehen müssen.

Damit das nicht passiert und damit noch mehr erneuerbare Energien integriert werden können, braucht es intelligente Lösungen für das Stromnetz: es muss digitaler und flexibler werden.

Mit enera bekommt die Region die Chance zu demonstrieren, wie Energiewende erfolgreich umgesetzt werden kann. Damit kann eine echte Blaupause für andere Regionen in ganz Deutschland geschaffen werden.

Wichtig ist, dass alle dabei mitmachen: jeder ist Teil des Energiesystems und kann seinen eigenen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

Im Jahr 2050 soll der Stromverbrauch Deutschlands zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind in vielen Bereichen neue Lösungen zu entwickeln.

Vor allem geht es darum, die Klimaerwärmung unterhalb der Zwei-Grad-Celsius-Grenze zu halten und nachhaltig CO2-Emissionen zu reduzieren. Der hierfür notwendige weitere Ausbau der erneuerbaren Energien benötigt ein intelligentes Zusammenspiel aller Akteure innerhalb des Energiesystems.

Smart Grids und Smart Markets, also intelligente Netze und ein darauf abgestimmter Energiemarkt, spielen hier entscheidende Rollen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat ein Förderprogramm mit dem Titel „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ aufgelegt.

Im Rahmen dieses Förderprogramms soll durch einen mehrjährigen Praxistest gezeigt werden, wie zukunftsfähige Energiesysteme großflächig eingesetzt werden können. Geplant ist, ausgewählte Marktteilnehmer aller Wertschöpfungsstufen einzubeziehen, um aufzuzeigen wie diese zukunftsfähigen Energiesysteme technisch realisiert werden können und welchen wirtschaftlichen Mehrwert sie bieten.

Dazu hat das BMWi fünf Modellregionen ausgewählt. In diesen Regionen werden Smart Grids, Smart Markets und unterstützende Technologien zur Stromversorgung der Bevölkerung und der Industrie eingesetzt. Dies fördert die Weiterentwicklung unserer Energieversorgung in allen Bereichen – von der Erzeugung, Übertragung und Verteilung der Energie bis hin zur Vermarktung an die Verbraucher.

Das Schaufenster Intelligente Energie als großer Praxistest ist notwendig, weil die Komplexität eines zukünftigen intelligenten Energiesystems zu groß ist, um es allein theoretisch zu beschreiben. enera hat sich erfolgreich um die Teilnahme am Förderprogramm beworben, um den nächsten großen Schritt der Energiewende mitzugestalten und wird seit Beginn des Jahres 2017 gefördert.

Unsere Partner

enera ist ein sogenanntes Verbundprojekt.

Das bedeutet, dass sich mehrere Akteure, wie Wirtschaftsunternehmen und wissenschaftliche Institute zu einem Konsortium zusammenschließen und sich gemeinsam um Fördermittel bewerben. Das enera Konsortium besteht derzeit aus 32 Konsortialpartnern.